[Rezension] Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen - Leigh Bardugo

12 März


Diana lebt mit ihren Amazonenschwestern fernab der Menschen auf der geheimnisvollen Insel Themyscira und trainiert täglich, um ihre Aufgaben eines Tages erfüllen zu können. Doch als einzige Amazone, die auf der Insel geboren wurde, hat sie das Gefühl, sich das Privileg, eine Amazone zu sein, noch nicht verdient zu haben. Als sie in der Ferne ein sinkendes Schiff beobachtet, beschließt sie kurzerhand zu zeigen, was in ihr steckt, und rettet ein Mädchen vor dem Ertrinken. Doch damit begeht sie gleichzeitig einen großen Fehler, denn Menschen sind auf Themyscira streng verboten. Nun muss Diana diesen Fehler wieder gut machen und zeigen, dass sie sich ihren Platz ebenso verdient hat wie die anderen Amazonen...

Ich mache es kurz und knapp: Dieses Buch war eine kleine Enttäuschung. Ich liebe Leigh Bardugos Bücher und vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, aber Wonder Woman war leider nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Dabei sind die Voraussetzungen eigentlich perfekt gewesen. Zu Beginn der Geschichte wird man gut in die Thematik eingeführt und lernt Diana auf der Amazoneninsel kennen. Für Leser wie mich, die bisher noch nicht viele Berührungspunkte mit Wonder Woman hatten, perfekt, denn hier wird kompakt, aber verständlich Basiswissen vermittelt. Fragen wie die Entstehung der Amazonen oder die für Menschen sonst unerreichbare Insel werden geklärt und nebenbei toll in die Geschichte eingeführt. Wir lernen Diana kennen und ein großer Teil beschäftigt sich mit ihren Problemen, nicht richtig anerkannt zu werden, da sie die einzige Amazone ist, die auf der Insel geboren wurde. Dieser Start war wirklich gelungen.

Doch sobald die Handlung ihren Schauplatz wechselt und wir die Insel verlassen wurde ein vorhersehbarer 0815 Jugendroman daraus. Die Charaktere waren austauschbar und blass, die Handlung zog sich in die Länge und war zwar actionreich, aber trotzdem nicht besonders spannend. Einzig das Menschenmädchen Alia, das von Diana gerettet wird, war für mich ein Highlight. Mit ihrer sympathischen Art war sie für mich der strahlende Stern der Geschichte und die Kapitel aus ihrer Sicht konnten mehr überzeugen. Diana, die ich zwar anfangs sehr mochte, ging mir mit ihrer Perfektion irgendwann auf die Nerven, denn jede Herausforderung schien sie mit einem Fingerschnipsen zu meistern; es gab nichts, das sie nicht wusste und es waren einfach keine Fehler an ihr zu finden.

Der Schreibstil war durchweg gut, aber mir fehlte einfach das gewisse Etwas. Vielleicht war es die fehlende Tiefe oder die starre Handlung - Leigh Barduo konnte mich nicht ansatzweise so fesseln, wie sie es zum Beispiel in "Das Lied der Krähen" geschafft hat. Wo waren diese wunderbar tiefgehenden Charaktere? Die fesselnden Szenen, in denen man das Buch nicht mehr weglegen konnte? Die vollkommen unerwarteten Plottwists, die uns völlig fassungslos zurückließen, weil wir niemals damit gerechnet hätten? Selbst der Versuch einer Wendung gegen Ende hin war hier unglaublich unauthentisch und aus der Luft gegriffen.

Das klingt nun alles so, als wäre dieses Buch durch und durch schlecht gewesen, aber das war es definitiv nicht. Es war eine gute Story mit einer guten Umsetzung und einigen kleineren Mängeln, die sicher vielen gefallen wird. Doch mit dem Wissen, wie viel mehr diese Autorin eigentlich kann, wirkte Wonder Woman auf mich leider wie jedes beliebige Jugendbuch und das besondere Etwas fehlte. Es plätscherte vor sich hin, konnte aber nicht wirklich lange im Gedächtnis bleiben und damit meine, vielleicht zu hohen Erwartungen, nicht erfüllen.



Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen
Leigh Bardugo
Originaltitel: Wonder Woman: Warbringer
Hardcover mit Schutzumschlag (auch als ebook erhältlich)
Übersetzt von Anja Galic
Verlag: dtv
Erschienen am: 06.02.2018
448 Seiten
ISBN: 978-3-423-76197-0


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4 Kommentare

  1. Hey Krissy,

    schade das dir das Buch nicht so gefallen hat. Auf meiner Wunschliste steht es auch noch, habe es mir auch vor ein paar Monaten in der englischen Ausgabe zugelegt. Die deutsche wollte ich mir eigentlich auch noch kaufen, aber wenn es nicht so lesenswert ist, muss ich da noch einmal drüber nachdenken.

    Ganz liebe Grüße,

    Sarah von SarahTesoroBooktown

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  2. Huhu Krissy,
    zu "Wonder Woman" hört man aber auch echt ganz gegensätzliche Meinungen. Ich habe nach deiner Rezi Lust mir auch endlich einen Eindruck zu verschaffen und das Buch vom SuB Dasein zu befreien.
    Liebe Grüße, Petra

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  3. Hey Krissy,
    schade, dass dich "Wonder Woman" nicht so begeistern konnte. Bei mir war es genau das Gegenteil und ich fand das Buch echt toll. Für mich wirkte die Handlung auch überhaupt nicht 0815-mäßig :D und ich mochte Diana als Protagonistin echt gerne. Aber vielleicht war das Buch ja dann einfach nicht so deins und es kann einem ja auch (leider) nicht jedes Buch gefallen.
    Ich habe dich zum Sunshine Blogger Award getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachst :)
    Lg Callie

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  4. Ich persönlich konnte ja mit Grischa von der Autron überhaupt nichts anfangen und bin jetzt erstmal gespannt, wie mir "Das Lied der Krähen" gefallen wird.. mal schauen ob ich überhaupt noch zu "Wonder Woman" greifen werde :D

    Aber eine sehr schöne Rezension!

    LG

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