[Rezension] Herrscher der Gezeiten - Nichola Reilly

19 September

Herrscher der Gezeiten
Nichola Reilly
Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: Mira Taschenbuch/ darkiss
Erschienen am: 12.01.2015
352 Seiten
ISBN 978-3-95649-106-1
Leseprobe











Nachdem die Welt, wie wir sie kennen, fast komplett überflutet wurde, kämpft ein kleines Volk Überlebender auf einer kleinen Insel ums Überleben. Während der König dieses Volkes mit seiner Tochter ein recht angenehmes Leben in einem Gebäude mit hohem Turm zu führen scheint, müssen die restlichen Inselbewohner täglich um ihr Leben bangen. Denn mit jeder Flut wird die ganze Insel komplett überschwemmt - bis auf den kleinen Turm und ein Plateau, auf dem in dieser Zeit die Bewohner Schutz suchen. 

Eine dieser Bewohnerinnen ist Coe, die eine Außenseiterin in ihrem Volk ist. Durch einen Unfall hat sie als Kind eine Hand verloren und ist für die Inselbewohner damit eher eine Last. Einzig Tiam, mit dem sie bereits seit klein auf befreundet ist, hält zu ihr, sodass es ihr nicht so viel ausmacht, die niederen Arbeiten übernehmen zu müssen. Doch dann wird sie plötzlich von der Tochter des Königs, Prinzessin Star, als Zofe auserwählt und darf fortan in deren Haus leben. Dort stellt sie schnell fest, dass die Königsfamilie viel besser lebt, als es den Anschein hat, und einige Geheimnisse vor den Inselbewohnern zu haben scheint..

Ich persönlich mag ja dieses Überflutungsthema momentan total gerne, da es gar nicht so weit hergeholt ist und wirklich Realität werden könnte. Daher hat mich das Thema des Buches direkt angesprochen. Der Erzählstil hat mir ebenfalls gut gefallen, der Einstieg in die Geschichte war einfach und glaubhaft dargestellt.

Über die Hintergründe, warum die Menschen gerade auf dieser Insel  leben und wie es zu all dem gekommen ist, erfährt man im Lauf der Geschichte mehr. Und diese waren für mich nachvollziehbar dargestellt, was mir sehr gut gefallen hat, denn dabei ist die Handlung sehr realistisch geblieben. Lediglich gegen Ende hin kam es mir dann etwas unglaubwürdiger vor, was ich aber nicht allzu schlimm fand.

Coe als Protagonistin hat mir ebenfalls gut gefallen, obwohl sie nicht nur zu ihren Mitmenschen, sondern auch zum Leser eine gewisse Distanz wahrt. Dies passt aber hervorragend zu ihrer Art und auch dem Leben, das die Inselbewohner führen-  denn sie alle kämpfen ums Überleben und sind es gewohnt, anderen gegenüber Abstand zu halten. Tiam hingegen, Coes bester und einziger Freund, der ihr sehr viel bedeutet, war für mich ein bisschen zu nett. Es war sehr süß, wie er ständig versucht hat Coe zu helfen und zu unterstützen aber ich hatte auch das Gefühl, dass er es allen recht machen wollte und nur Gutes tun wollte. An sich ja nicht schlecht, aber in einer solchen Gesellschaft fand ich diese Handlungen etwas zu unglaubwürdig.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Idee mit der Plattform, auf der sich alle während der Flut verstecken. Durch diese kam eine sehr gelungene, düstere und gefährliche Grundstimmung auf - denn obwohl die Plattform eigentlich vor der Flut retten soll, so ist es dort trotzdem nicht sicher, denn immer wieder reißen Wellen oder gefährliche Fische Personen herunter, die zu nah am Rand stehen oder marode Teile brechen ab. Dadurch wurde die ausweglose Situation, in der sich Coe, Tiam und die anderen befinden, noch einmal deutlicher und die Geschichte gewann sehr viel an Atmosphäre. Durch das Leben auf der Insel entstand auch eine stetige Unruhe - die Angst, bei der Flut nicht rechtzeitig auf der Plattform zu sein war deutlich spürbar.

Der Anfang war sehr ereignisreich und spannend, sodass mir das Buch direkt gefallen hat. Auch gegen Ende überschlugen sich wieder die Ereignisse. Im Mittelteil hingegen gab es jedoch einige Längen, in denen Coe nur auf der Insel umherzustreifen scheint, nicht so recht weiß, was sie tun soll und sich die Geschichte unnötig in die Länge zieht. Es passiert hier einfach zu wenig, besonders im Gegensatz zum aktiven Anfang und Ende des Buches, sodass die drei Teile nicht so recht zusammenpassen wollten.

Insgesamt fehlte mir zwischendurch etwas die Spannung, was ich sehr schade fand, denn Idee und Atmosphäre waren so super, dass ein klasse Buch daraus hätte werden können. So war es leider nur mittelmäßig, aber dennoch nicht schlecht. 

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2 Kommentare

  1. Huhu Kristin,

    ich hatte auch so meine Problemchen mit dem Buch aber der Schreibstil war toll! Am Ende hat's für knappe 4 Sterne gereicht.
    Hab mich mal als Leserin bei dir niedergelassen =)

    LG
    Anja

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  2. Liebe Krissy,

    was für eine schöne Rezension. Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste und ich lese dazu gern ein paar Meinungen, denn diese gehen hier ja teils sehr auseinander. Mir gefällt deine Sichtweise und auch die Kritik kann ich nachvollziehen. Ich möchte das Buch nach wie vor gern lesen, das zeigt auch deine Rezension dazu :-)

    Liebe Grüße,
    Diana


    www.lilienlicht.de

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