[Rezension] Liebten wir - Nina Blazon

28 Juni


Liebten wir
Nina Blazon
Taschenbuch, Verlag: Ullstein
Erschienen am: 26.06.2015
560 Seiten
ISBN-13 9783548285771












  
Die Fotografin Moira liebt es, mit ihrer Kamera verborgene Dinge einzufangen und Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Wenn es um ihr eigenes Leben geht, ist sie allerdings weniger offenherzig und versucht ihre Vergangenheit und ihre Familie anderen gegenüber zu verbergen. Das wird allerdings schwer, als sie zu einem Familientreffen bei den Eltern ihres Freundes Leon eingeladen wird, da seine Familie umso herzlicher scheint. Durch verschiedene unglückliche Begebenheiten geht natürlich einiges schief und schließlich landet Mo in einem gestohlenen Auto mit Leons Großmutter Aino, die ihre eigenen Pläne verfolgt und es schafft, dass Mo sich auf einen ungewöhnlichen Roadtrip nach Finnland  mit ihr einlässt..


Liebten wir war der erste Roman, den ich von der Autorin Nina Blazon gelesen hatte und konnte mich von sich überzeugen. Der Schreibstil hat  mir gut gefallen, ebenso wie die Protagonisten. Mit Mo musste ich erst ein wenig warm werden, was aber an ihrer Art liegt, nicht zu viel von sich preiszugeben und sich anderen gegenüber eher zu verschließen. Aino hingegen fand ich von Anfang an toll und sie hat den Roman zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ihre oft harsche, verbitterte Art anderen gegenüber war mir sofort sympathisch, da man merkt, dass viel mehr dahinter steckt und man schließt sie direkt ins Herz. Ihr trockener Humor, ihre Sturheit und auch ihre bahnbrechenden Ideen lassen den kleinen Roadtrip der beiden außergewöhnlich werden. Dabei geht es aber auch um ernstere Themen, verloren gegangene Lieben und unerfüllte Wünsche, die immer wieder Teil an der Geschichte finden.

Zwar gab es keine riesigen Spannungsmomente, dafür sorgte Aino aber immer wieder für Erheiterung, sodass man immer weiterlesen wollte. Seite für Seite konnte man sich auch besser in Mo hineinversetzen und so wurde einem das Duo schnell sympathisch. Besonders schön fand ich, dass obwohl Moira ihre eigenen Probleme hat, sie immer noch versucht Aino zu helfen. Und dabei, ohne dass sie es merkt, sich selbst auch gleich mithilft.

Ein toller Roman, den ich wirklich gerne gelesen habe. Allerdings war für mich die eigentliche Hauptperson Mo eher an zweiter Stelle und Aino am Wichtigsten (weil ich sie auch einfach so toll fand!), dass es etwas schade war, dass besonders gegen Ende ihre Rolle etwas zu kurz kommt und Mo sehr im Vordergrund steht. Was sie sich aber auch verdient hat.

Daher kann ich Liebten wir auf jeden Fall empfehlen. Eine schöne Mischung auf Tiefsinn und Leichtigkeit, mit lustigen aber auch ernsteren Momenten, der über wahre Gefühle und das wahre Leben erzählt und dabei auch die ältere Generation nicht ganz außer acht lässt. Und für mich defnitiv nicht der letze Roman der Autorin.
 

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