[Rezension] Amrita - Am Ende beginnt der Anfang - Aditi Khorana

14 Oktober

Amrita ist die Prinzessin Shalingars und liebevoll behütet aufgewachsen. Doch auch in ihrem Leben kommt der Zeitpunkt, an dem sie ein Opfer bringen muss: Um ihr Reich zu retten, soll sie den tyrannischen Sikander heiraten. Dieser ist selbst König und dafür bekannt, sein eigenes Reich ständig zu erweitern, indem er andere unterwirft. Doch alles kommt anders als geplant und Sikander greift Shalingar trotz allem an - und Amrita bleibt nur die Flucht. Gemeinsam mit der Seherin Thala versucht sie, ihr Reich doch noch retten und die Vergangenheit zu ändern. Doch ist es überhaupt möglich, seine eigene Geschichte neu zu schreiben?

In "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" führt uns die Autorin in eine märchenhafte Welt aus tausendundeiner Nacht. Schon das Cover verspricht eine orientalische Märchengeschichte und der Inhalt kann diesem Versprechen auch teilweise gerecht werden.

Adithi Khorana hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, der perfekt zu diesem Setting passt. Sie schreibt sehr märchenhaft und ausdrucksstark und wählt genau die richtigen Worte, um diesen Märchenzauber das ganze Buch durch aufrecht zu erhalten. Auch das Thema rund um die Vergangenheit finde ich wahnsinnig interessant: Nachdem Amrita viele schlimme Dinge mit ansehen musste, verspricht ihr Thala, dass es eine Möglichkeit gibt, diese ungeschehen zu machen. Doch wie weit muss sie dafür gehen? Was ist sie bereit für die Vergangenheit zu opfern? Die Thematik ist für ein Jugendbuch wirklich ungewöhnlich gewählt und hat mir gut gefallen. Durch die vielen Sagen, die es in der Welt gibt und die immer wieder mit eingewoben werden, verspricht das Buch zunächst ein zauberhaftes Märchen zu werden.

Trotz dieser tollen Idee und der orientalischen Atmosphäre konnte mich das Buch aber dennoch nicht von sich überzeugen. Denn während der Märchenzauber so gut rüberkommt, bleiben die einzelnen Gefühle leider auf der Strecke zurück. Alles geht super schnell: Neue große Liebe, neue beste Freundin, neuer mutiger Charakter - aber halt, wieso überhaupt? Was findet Amrita an dem Jungen eigentlich und wieso mag sie Thala überhaupt? Die einzelnen Beziehungen und Charaktereigenschaften kamen mir leider viel zu kurz und waren dadurch für meinen Geschmack nicht authentisch genug. Vieles blieb zu oberflächlich behandelt und war nicht nachvollziehbar. Im einem Moment ist Amrita angeblich unsterblich in einen Jungen verliebt, im nächsten hat sie ihn vergessen und steht auf einen anderen. Doch es gibt nicht einmal die kleinsten Hinweise, warum sie so fühlt, warum sie so handelt.

Ähnlich ging es mir mit der Spannung, denn obwohl eigentlich viel passierte, kam diese dennoch nicht richtig auf und einige Szenen blieben recht unspektakulär. Vielleicht liegt es an den fehlenden Emotionen, dass ich nicht mit Amrita mitfiebern konnte und so einige Längen entstanden. Auch hatte ich das Gefühl, dass vieles viel zu schnell und zu einfach ging: Kaum trat ein Problem auf, zauberte Amrita die Lösung schon aus dem Ärmel und schwupps, sowohl das Problem als auch die Spannung waren verschwunden.

Folglich war "Amrita" für mich ein Buch mit Höhen und Tiefen, bei denen die Tiefen letztendlich leider überwiegten. Die wunderbare Atmosphäre und die tolle Idee konnten die fehlende Charaktertiefe und die Längen leider nicht wett machen. Insgesamt war die Geschichte zwar nett und hatte eine tolle Idee, die Umsetzung konnte mich allerdings nicht von sich überzeugen.



Amrita - Am Ende beginnt der Anfang
Aditi Khorana
Originaltitel: The Library of Fates
Hardcover mit Schutzumschlag (auch als ebook erhältlich)
Übersetzt von Peter Klöss
Verlag: Dressler
Erschienen am: 21.08.2017
320 Seiten, ISBN: 978-3-7915-0056-0

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6 Kommentare

  1. Huhu liebste Krissy!

    Oh du hast Amrita nun also auch gelesen? Da war ich ja mal sehr gespannt, was du zu der Geschichte sagen würdest. Schade, dass sie sich für dich auch eher negativ entwickelt hat.

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Huhu Nina, ja, ich war leider nicht ganz so begeistert. Deine Rezension war ja sehr ähnlich, schade, dass die Geschichte nicht halten konnte, was sie verspricht.. Liebste Grüße!

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  2. So ein schönes Cover, schade dass der Inhalt nicht mithält.

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  3. Hallo Krissy,

    ich musste dir natürlich einen Gegenbesuch abstatten und ich liebe deinen Blog einfach. Die Rezension zu Amrita ist ebenfalls toll geschrieben, auch wenn es schade ist, dass das Buch nicht ganz so sehr angekommen ist. Amrita ist mir auch schon öfter über den Weg gelaufen, aber vielleicht sollte ich doch lieber die Finger davon lassen.

    Ganz liebe Grüße x
    Sara

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    1. Huhu Sara, vielen vielen Dank, das freut mich wirklich sehr! Oft sind bei solchen Büchern die Meinungen ja ganz unterschiedlich, aber ich kann es leider wirklich gar nicht empfehlen.. Liebe Grüße!

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  4. Hach ja, bei dem Buch habe ich lange überlegt ob ich es mir zulegen soll. Ich bin froh das ich es letztendlich nicht getan habe, die Meinungen bestätigen meine Vermutung :=)

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