[Rezension] Raum - Emma Donoghue

Raum
Emma Donoghue
Originaltitel: Room
Hardcover mit Schutzumschlag
(auch als Taschenbuch, Filmausgabe,
ebook und Hörbuch erhältlich)
Verlag: Piper
Erschienen am: 29.08.2011
416 Seiten
ISBN: 978-3492054669







Zu Jacks einzigen Freunden zählen seine Ma, Dora aus dem Fernsehen und eine Eierschalenschlange. Seine ganze Welt besteht aus dem Raum, in dem er aufgewachsen ist und er ahnt nichts von der Welt draußen. Bis Ma ihm erzählt, dass es noch sehr viel mehr gibt, und dass die Dinge, die er im Fernsehen sieht, alle Wirklichkeit sind. Dass Old Nick, der sie manchmal besuchen kommt, auch von draußen kommt und dass er Ma lange vor seiner Geburt entführt hat. Und dass Ma ganz dringend seine Hilfe braucht, denn Jack ist der Einzige, der sich und Ma befreien kann..

Raum ist ein ganz außergewöhnliches und besonderes, aber auch sehr ergreifendes Buch. Das wird schon auf den ersten Seiten klar. Der fünfjährige Jack erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und somit ist der Schreibstil ihm sehr angepasst. Auch die Tatsache, dass er im Gefängnis seiner Mutter geboren wurde und in seinen fünf Jahren nie etwas anderes als diesen Raum kennen gelernt hat, wirkt sich dabei sehr auf seine Erzählweise aus. Es gibt kleine grammatikalische Fehler und Jack verwendet beim erzählen oft keine Artikel, da zum Beispiel Bett für ihn das einzige existierende Bett ist. Das ist zwar sehr ungewöhnlich und etwas gewöhnungsbedürftig, macht für mich aber definitiv das Buch zu etwas besonderem und verleiht ihm, trotz der eigentlich grausamen Hintergrundstory, einen gewissen Charme, der sich durch die ganze Geschichte zieht.

Jack ist ein absolut sympathischer kleiner Junge, der zwar sehr schlau ist, aber einige Zusammenhänge noch nicht erkennen kann, da ihm die Bausteine vom "draußen" dafür fehlen und seine Mutter ihn in dem Glauben gelassen hat, dass es nichts um den Raum herum gibt. Natürlich wird dem Leser schon auf den ersten Seiten klar, was wirklich passiert ist: Jacks Mutter wurde vor Jahren von Old Nick entführt, in einen Schuppen gesperrt und missbraucht, wodurch Jack entstand. Das Grundthema ist also ein sehr schwieriges und die Atmosphäre sehr bedrückend. Doch da die Geschichte aus Jacks Sicht erzählt wird, wird sie zu etwas besonderem. Er nimmt dem Thema einerseits etwas an Grausamkeit, lässt es gleichzeitig aber auch noch viel schlimmer wirken.

Für mich ist Raum etwas ganz Besonderes. Man muss sich darauf einlassen, den ungewöhnlichen Schreibstil akzeptieren, aber wen man das tut, ist das Buch wirklich lesenswert. Es hatte in meinen Augen nur eine kleine Schwäche, für die ich einen halben Punkt abziehen würde, was das Verhalten der Mutter an einigen Stellen betrifft, die ich aber nicht genau beschreiben kann ohne zu spoilern. Trotzdem finde ich das Buch absolut toll und kann es definitiv empfehlen! Denn Raum gehört zu den Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte.

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