[Rezension] Infernale - Sophie Jordan

Infernale
Sophie Jordan
Hardcover mit Schutzumschlag
(auch als ebook erhältlich)
Verlag: Loewe
Erschienen am: 15.01.2016
384 Seiten
ISBN: 978-3-7855-8167-4
Leseprobe










Davina Hamilton hat ein perfektes Leben. Sie geht an eine Eliteschule, gilt als Wunderkind im Umgang mit Musik und ist mit dem beliebtesten Jungen ihrer Schule zusammen. Doch auf einen Schlag ändert sich dieses Leben für Davy komplett, denn bei einem Gentest stellt sich heraus, dass sie das Mördergen HTS in sich trägt. Von einen Tag auf den anderen muss sie die Schule wechseln, wird von ihren Freunden gemieden, von ihren Mitmenschen als gefährlich angesehen und aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Nur zu anderen Genträgern hat sie noch wirklich Kontakt, denn selbst ihre Familie meidet sie aus Angst vor dem gefährlichen Gen. Doch ist Davy wirklich gefährlich? Steckt eine Mörderin in ihr?

Diese Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, da nicht nur ein sehr aktuelles Thema angesprochen wird, sondern auch die Umsetzung ziemlich gelungen war. Bisher hatte ich noch nichts von Sophie Jordan gelesen, mit Infernale konnte sie mich aber auf jeden Fall überzeugen. In ihren lockeren Schreibstil kam ich sehr gut hinein, war schnell mitten im Geschehen und habe gespannt Davys Geschichte mit verfolgt.

Dabei hat mir besonders Davy sehr gut gefallen. Durch ihr perfektes Leben ist sie auch ziemlich naiv und muss erst lernen, wie hart das Leben sein kann und begibt sich in die ein oder andere gefährliche Situation, ohne etwas zu merken. Dadurch entsteht viel Spannung und man fiebert richtig mit, freut sich aber auch über ihr Weiterentwickeln.

Neben Davy lernt man auch noch weitere Genträger kennen und auch hier kommt noch einmal viel zusätzliche Spannung mit hinein: Denn während einige von ihnen wie Davy harmlos zu sein scheinen, sind andere ganz offensichtlich gewalttätig und auch für Davy eine Gefahr.

Besonders interessant fand ich die Grundstory rund um das HTS- Gen, das für Homicidal Tendency Syndrome steht. Denn dieses Thema rund um Gene und gesellschaftliche Verhaltensmuster ist meiner Meinung nach sehr aktuell und hat mich daher ziemlich angesprochen. Man merkt sofort, welche Vorurteile die Gesellschaft gegenüber HTS-Trägern hat - egal ob diese sich wirklich auffällig und brutal verhalten haben oder wie Davy bisher die Liebenswürdigkeit in Person waren , sie werden alle in einen Topf gesteckt und als etwas Schlechtes abgestempelt. Tatsächlich gibt es sogar ein eigenes Tattoo für Träger, um diese zu erkennen und noch mehr zu meiden. Doch gerade dadurch, von allen als ein Monster wahrgenommen zu werden, scheint Davy sich auch mehr und mehr wie eines zu fühlen und Wut zu entwickeln..

Diese Verhaltensweisen rund um das HTS-Gen fand ich ziemlich interessant und gelungen dargestellt, allerdings hätte ich mir gewünscht, noch mehr über den Ursprung oder Hintergründe zu erfahren. Zwar gab es vor jedem Kapitel kurze Einschübe, zum Beispiel Briefe, E-Mails, Verordnungen oder Chatnachrichten, anhand derer man etwas mehr über das Gen erfahren konnte, allerdings hätte ich mir trotzdem noch ein klein wenig mehr an Informationen gewünscht. Aber vielleichtspart sich die Autorin diese ja auch noch für den zweiten Band auf, ich bin auf jeden Fall gespannt.

Ansonsten konnte mich das Buch aber wirklich überzeugen. Die Story teilt sich in zwei Teile auf, bei denen auch die Schauplätze wechseln, sodass es viel Abwechslung und Action, aber auch viele sentimentale Momente gibt. Besonders der erste Teil hat mir sehr gut gefallen; hier geht zwar alles recht langsam voran, aber dies passt perfekt zu Davys Aufwachen auf ihrer Naivität und sobald sie wirklich weiß, wie schwer das Leben ist, beginnt auch schon der zweite Teil der Geschichte in dem Davy viel taffer und mutiger ist. Schön fand ich auch, dass der Fokus wirklich auf Davy und dem Mördergen lag. Weitere Themen wie Freundschaften oder die Liebesgeschichte gibt es zwar auch, allerdings in genau dem richtigen Maße um die Hauptstory nicht zu sehr zu verdrängen, was ich wirklich toll fand.

Infernale konnte mich daher eindeutig überzeugen. Ein toller Schreibstil, spannende Charaktere und ganz besonders eine super interessante Hintergrundstory machen dieses Buch zu etwas Besonderem, das ich wirklich weiterempfehlen kann. Ich bin schon gespannt, wie es im nächsten Band weitergehen wird und hoffe, dass mich Sophie Jordan dort wieder von sich überzeugen kann.

Kommentare:

  1. Tolle Rezension, das Buch klingt sehr interessant

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  2. Hallo Kristin ;-)
    Über LB bin ich auf deinen Blog gekommen, habe etwas gestöbert und bleibe gern als Leserin.
    Dieses Buch habe ich erst heute auf meinem Wunschzettel vermerkt und wie ich sehe, lohnt es sich auch.
    Danke für die schöne Rezension.
    Liebste Grüße,
    Hibi

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    1. Huhu Hibi, das freut mich :) Ich wünsche dir auf jeden Fall schonmal viel Spaß mit Infernale :) Liebe Grüße!

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