[Rezension] All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven

All die verdammt perfekten Tage
Jennifer Niven
Gelesen von Annina Braunmiller-Jest und Patrick Mölleken
Hörbuch, Verlag: Randomhouse Audio
(auch als Paperback und ebook erhältlich)
Erschienen am: 28.12.2015
Laufzeit: 8 Std. 25 Min.
ISBN: 079-3-8371-3144-4
Hörprobe









"Ist heute der perfekte Tag zum Sterben?" fragt sich Finch, während er auf dem Schuldach steht und in den Abgrund blickt. Die Welt um ihn herum scheint ihn einfach nicht zu Verstehen und er hat das Gefühl, einfach zu Springen wäre die beste Lösung all seiner Probleme. Doch plötzlich sieht er, dass er nicht allein ist. Ausgerechnet Violet Maki, eines der hübschesten und beliebtesten Mädchen der Schule, steht ebenfalls auf dem Dach und überlegt zu Springen. Das bringt ihn dazu, sein Vorhaben noch einmal zu Überdenken und Violet ebenfalls davon abzuhalten. Und von da an wird Violet, die Finch zwar dankbar ist, aber nichts mit ihm zu tun haben will, diesen nicht mehr los. Denn Finch möchte auf jeden Fall herausfinden, warum Violet auf diesem Dach stand. Denn ihr Leben scheint doch vollkommen perfekt. Oder?


Dieses Buch klang für mich nach einer bewegenden und traurigen Geschichte, denn zwei Jugendliche, die sich beide das Leben nehmen wollen, sind für mich ein sehr ernstes Thema. Daher habe ich mich dazu entschieden, das Buch als Hörbuch zu hören und auf diese Weise die Geschichte von Violet und Finsch kennen zu lernen, da ich eine solche Geschichte lieber hören als lesen wollte. Und das war für mich eine gute Entscheidung.

Das Hörbuch wird von Annina Braunmiller und Patrick Mölleken gelesen, welche für mich die perfekten Sprecher für die Rollen von Violet und Finch sind. Die Stimmen harmonieren sehr miteinander und dadurch, dass die beiden Charaktere von jeweils unterschiedlichen Sprechern gelesen werden, kommt noch einmal eine zusätzliche Abwechslung in die Geschichte. Außerdem haben es beide Leser geschafft, die Charaktere perfekt zu verkörpern, ihre Gefühle mit in ihre Stimme einfließen zu lassen und so die vielen Gefühle und auch die Traurigkeit der Charaktere zu transportieren. Für mich waren die beiden daher die perfekte Wahl für diese Rollen.

Auch inhaltlich hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen. "All die verdammt perfekten Tage" ist eine ganz wunderbar berührende Geschichte, die ein ernstes Thema anspricht und mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Noch lange nachdem ich das Hörbuch gehört hatte, musste ich an Finchs und Violets Geschichte denken und das spricht für mich eindeutig für eine wunderbare Geschichte.

Der Anfang war für mich, zugegebenermaßen, etwas zu langatmig. Nachdem sich Violet und Finch auf dem Dach kennen gelernt haben, nähern sie sich nur sehr langsam aneinander an, was zwar realistisch und nachvollziehbar ist, mir aber trotzdem als Hörer ein klein wenig zu langsam ging, da in dieser Zeit auch nicht viel anderes passierte. Trotzdem fand ich diesen Teil nicht schlecht, denn man lernte die beiden Charaktere auch besser kennen und bekam langsam eine Ahnung, warum beide so anders sind.

Die zweite Hälfte hat mir schließlich umso besser gefallen, denn auch wenn die Geschichte weiterhin eher ruhig bleibt, so passiert dennoch etwas mehr und die Geschichte wird immer tiefgründiger, aber auch bewegender.

Besonders schön fand ich, dass sowohl Protagonisten als auch Handlung sehr authentisch waren. Violet und Finch wirken realistisch, ihr Verhalten ist nachvollziehbar und ich konnte aufgrund Violets Vorgeschichte und Finchs Erkrankung auch ihre Entscheidungen verstehen. Die Autorin verschönigt diese ernsten Themen nicht, schafft es aber auf ihre eigene Weise, die Geschichte schön und traurig zugleich werden zu lassen.

"All die verdammt perfekten Tage" ist keine seichte Liebesgeschichte, sondern ein tiefgründiger Roman über das Kennenlernen, über Krankheit und Trauer, aber auch ein kleiner Lichtblick. Für mich absolut lesens-/ hörenswert.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen