[Rezension] Wintermond - Tanja Heitmann

Wintermond
Tanja Heitmann
Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: Heyne 
Erschienen am: 24.08.2009
480 Seiten













Nach einer gemeinsamen Nacht ist für Meta und David nichts mehr wie zuvor. Zwar geht das ungleiche Paar am nächsten Morgen wieder getrennte Wege, allerdings müssen beide ständig aneinander denken. Doch David scheint vor Meta ein großes Geheimnis zu verbergen. Denn er möchte auf keinen Fall, dass diese von dem Wolfsdämon, der in ihm lauert, erfährt und sie in Gefahr gerät..

Nachdem sich der Klappentext so spannend angehört hatte,  war der Einstieg in das Buch leider eine echte Enttäuschung. Ich hatte ein romantisches und aufregendes Buch erwartet, bei dem viel passiert und auch die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, Meta und David, nicht zu kurz kommt.

Fangen wir mal mit dem Positiven an: Ich fand es schön, dass das Werwolfs-Thema, das ja eigentlich mittlerweile schon so oft verwendet wurde, hier mal etwas anders umgesetzt wurde. Die Werwölfe hier leben weder den Mond anheulend im Wald noch verwandeln sie sich ausschließlich bei Vollmond. Viel mehr leben sie in einer Gemeinschaft in der Stadt und sind eigentlich selbst gar keine richtigen Werwölfe, sondern haben nur einen Wolfsdämon in sich, der ab und an mal ans Tageslicht kommt. Das fand ich wirklich eine originelle Idee, zumal das Buch an sich ja auch schon etwäs älter ist und ich dennoch nichts in diese Richtung bisher gelesen habe.

Allerdings konnte mich  leider der Schreibstil der Autorin nicht von Anfang an überzeugen. Obwohl gleich zu Beginn des Buches relativ viel passiert, war ich nicht wirklich im Geschehen drin. Weder die gefährlichen Werwölfe noch die sinnliche Affäre von Meta und David, die sich schon zu Beginn des Buches kennen lernen, konnten mich richtig überzeugen. Und nachdem anfangs wenigstens noch etwas Action in der Handlung war, ließ dann sehr schnell auch das nach und die Handlung plätscherte langsam vor sich hin. In der Hoffnung, dass nun endlich mal wieder wirklich etwas passierte, habe ich gelesen und gelesen und gelesen - und erst als das Buch schon fast vorbei war, kam dann wieder etwas Spannung auf. Schade, denn hier hätte man aus dem ungewöhnlichen Werwolf-/Wolfsdämon-Motiv eindeutig noch mehr machen können.

Die Protagonisten konnten mich leider ebenfalls nicht so ganz von sich überzeugen. Ihnen fehlte es an Tiefe und Individualität. Gerade Meta, die eigentlich anfangs als extrovertierte, ungewöhnliche Frau in die Geschichte eingeführt wurde, hat mich enttäuscht, da ich sie mit der Zeit weder besonders sympathisch noch besonders mutig noch besonders irgendwas fand.  Sie wurde mehr und mehr blass und spielte erst gegen Ende, als es endlich etwas spannender wurde, wieder die starke, unabhängige Frau vom Anfang.

Mein absolut größter Kritikpunkt ist für mich jedoch der Titel. "Wintermond" an sich klingt ja nicht schlecht. Allerdings hat der Titel für mich keinerlei Sinn in Bezug auf den Inhalt gemacht. Klar, wenn man das Wort Werwolf hört, dann denkt man auch intuitiv an den Mond. Hier hat dieser aber überhaupt keine Rolle gespielt, die Werwölfe haben sich nicht bei Vollmond verwandelt oder sonst eine Beziehung zum Mond gehabt; es gab einfach keinen Zusammenhang. Auch von einem "Wintermond" war nirgends die Rede, ebenso wie von einer Person mit Namen Winter oder dem Winter als Jahreszeit an sich. Auf jeder Seite habe ich gewartet, dass endlich Bezug zum Titel aufgenommen wird, aber das geschah leider nicht. Daher für mich völlig unverständlich: Warum Wintermond?

Alles in allem konnte mich das Buch daher leider gar nicht überzeugen und ich kann es leider nicht weiterempfehlen. Was ich wirklich schade finde, denn die Idee dahinter ist nach wie vor gut, aber leider konnte mich das Buch überhaupt nicht packen. Letztendlich blieb bei mir nur die Frage nach der anscheinend willkürlichen Titelwahl offen und 2 Herzen für Wintermond.

Kommentare:

  1. Hey,

    oh das klingt ja nicht so toll. Ich bin bei dem Buch auch schon am überlegen, es auszusortieren... noch liegt es auf dem SuB, aber schon auf dem Wackel-Kandidat.Aussortier-Stapel. Deine Rezension bestärkt mich darin.

    Liebe Grüße,
    Anna

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  2. Hey Kristin!
    Ich musste die Rezi lesen, weil mir das Cover so gut gefällt. Allerdings finde ich deine Kritik ziemlich nachvollziehbar! Nur weil sich der Titel gut anhört, ist er nicht unbedingt der richtige für ein Buch. Echt schade! Allerdings findest du ja einiges nicht gut ;)
    Mal sehen, ob mir noch andere Meinungen unterkommen. So speicher ich es natürlich eher negativ ab ;)
    Liebe Grüße,
    Julia

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