[Rezension] Das Labyrinth - Sigge Eklund

Das Labyrinth
Sigge Eklund
Taschenbuch mit Klappenbroschur
Verlag: Dumont
Erschienen am: 20.05.2015
384 Seiten
ISBN 978-3-8321-9758-2











Die elfjährige Magda ist ein sehr ruhiges Kind. Als sie plötzlich verschwindet, merken ihre Eltern erst, wie sehr sie ihre Tochter in letzter Zeit vernachlässigt haben. Besonders ihre Mutter Asa kann sich mit dem Verschwinden Magdas nicht abfinden und die Tatsache, dass diese vielleicht einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, macht ihr schwer zu schaffen. Doch weiß sie vielleicht mehr, als sie zugibt? Und wie sieht es mit ihrem Mann Martin aus, der verdächtigt wird etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun zu haben? Und dann sind da auch noch Martins Kollege Tom und dessen Freundin Katja, die kurz vor Magdas Verschwinden viele blaue Flecke an dem Mädchen entdeckt hat..


Das Labyrinth ist ein spannender Lesespaß, das sich gar nicht wirklich in ein richtiges Genre einordnen lässt. Anfangs sehr ruhig nimmt die Geschichte langsam an Fahrt auf und man erhält nur wenige Puzzlestücke, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben. Dabei wird vor allem auf die vier Protagonisten Asa, Martin, Katja und Tom eingegangen, aus deren Perspektiven abwechselnd erzählt wird. Diese Teile sind nicht chronologisch angeordnet, sondern man erhält mal ein Puzzleteil nach Magdas Verschwinden, dann eines kurz davor, dann wieder eines von vor längerer Zeit, sodass es besonders spannend ist, alles zusammenzufügen.

Der Schreibstil des Autors ist dabei klar und er geht sehr auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten ein. Sowohl Magda als auch die vier Protagonisten haben alle eigene Probleme und eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung in Bezug auf die anderen. Das macht das Ganze besonders spannend, denn während im einem Moment eine Person etwas behauptet erfährt man im nächsten die Sicht einer anderen, die ganz unterschiedlich ist. So wird man in viele falsche Richtungen gelenkt, stellt Vermutungen an, verwirft diese wieder und stellt fest, dass der Autor hier den Leser  in die Irre geführt hat. Nur langsam kommt man dem Rätsel auf die Spur. Und es passte perfekt zum Titel - immer wenn man dachte, den Ausgang des Labyrinthes gefunden zu haben stand man doch wieder vor einer Sackgasse. Genial gelöst!

Sehr wird auf die unterschiedlichen Charaktere eingegangen, worüber man sich vor dem Lesen im Klaren sein sollte. Ich hatte zwar eine ruhige, eher langsame Geschichte erwartet, aber nicht damit gerechnet, dass es sich nebenbei auch um eine spannende Charakterstudie handeln könnte. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen. Wer aber einen nervenaufreibenden  Thriller erwartet wird hier fehl am Platz sein.

Mein einziger Kritikpunkt ist die fehlende Nähe und Sympathie zu den Protagonisten. Teilweise ist das natürlich so gewollt und dadurch entsteht schnell das Gefühl, dass jeder irgendetwas zu verheimlichen scheint, was ich toll fand, da man nicht wusste, wem man trauen kann. Das Buch startet allerdings mit Asa, Magdas Mutter, und diese war mir anfangs so unsympathisch, dass mir der Einstieg nicht ganz so leicht viel. Später wird es besser, aber gerade in ihrem ersten Kapitel konnte ich mich so gar nicht mit ihr anfreunden und fand die ersten Seiten dadurch etwas anstrengend.

Insgesamt ist das Buch aber wirklich gelungen und empfehlenswert für alle, die gerne einen ruhigen, sehr charakterstarken Roman über die Suche nach einem Kind und einem Schuldigen  lesen wollen. Interessant, spannend, wirklich gelungen!


1 Kommentar:

  1. Hey!
    Echt tolle Rezi, das Buch hört sich echt interessant an, das muss ich mir bald kaufen!! :)
    LG Becci <3

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