[Rezension] Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln - Marie Graßhoff

Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln
Marie Graßhoff
Taschenbuch, Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erschienen am: 05.12.2014
822 Seiten
ISBN-13: 978-1505326147










Mara lebt zusammen mit ihrem Bruder und mehreren Angestellten ein komfortables, aber zurückgezogenes Leben. Bis auf ihre beste Freundin Calla hat sie nur wenig Kontakte, was sie aber nicht weiter stört, denn ansonsten fehlt es ihr an nichts. Bis plötzlich Fremde auftauchen, die sich eigenartig benehmen und nach Uhren fragen, die im Besitz von Callas Bruder Juan sind.

Von da an ist nichts mehr, wie es zu sein schien, denn Mara stellt fest, dass sie eine bedeutende Vergangenheit hat: In einem Milliarde Jahre alten System wandelt ihre Seele schon umher und versucht zu überleben. Denn sie ist der letzte Störfaktor, der alle anderen Seelen davon abhält, am Ende wieder vereint zu werden. Auf ihrer Flucht wird sie immer mehr damit konfrontiert, wer sie eigentlich ist, denn langsam kehrt die Erinnerung zurück und damit auch die Frage ihrer eigenen Bedeutung..

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich noch nichts gelesen habe, dass ich auch nur ansatzweise mit Kernstaub vergleichen könnte. Das Buch ist einfach komplett anders, und das aber auf so wundervolle Weise, dass es mich sehr begeistert hat!

Fangen wir mal mit dem Schreibstil der Autorin an: Dieser ist sehr malerisch, manchmal ein bisschen philosophisch und oft ausschweifend. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht jedermanns Sache ist, ich war davon aber schwer angetan. Man verliert sich in neuen Welten, schwebt durch fremde Zeiten und wird so von der Geschichte mitgenommen, dass man, wenn man das Buch wieder aus der Hand legt, erst einmal in die eigene Realität wieder zurückfinden muss. Da das Buch ziemlich dick ist, sollte man sich daher schon ein bisschen Zeit dafür nehmen um den tollen Schreibstil genießen zu können, aber es lohnt sich definitiv!

Und auch inhaltlich bin ich genauso begeistert von dem Buch. Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, lässt sich für mich ganz einfach beschreiben: Einzigartig! Denn noch nie habe ich etwas ähnliches gelesen. Ich wüsste nicht, in welches Genre ich das Buch einordnen sollte, denn es ist irgendwie ein ganz eigenes, das sich mit keinem vergleichen lässt. Es hat etwas dystopisches, etwas Science-Fiction- mäßiges, aber da ist noch so viel mehr, das ich gar nicht richtig in Worte fassen kann. Die Hintergründe sind oft sehr detailliert überlegt, sehr fantasievoll ausgearbeitet und es tun sich wirklich neue Welten auf, die so unglaublich glaubhaft sind. Dabei wird das Buch (trotz über 800 Seiten) kein einziges Mal langweilig, denn auch wenn inhaltlich gerade mal nicht so viel passiert, so ist man doch im Bann des Kernstaubs und in der Geschichte verfangen.

Was die Protagonisten angeht, so möchte ich eigentlich nicht zu viel verraten, außer soviel, dass sie unglaublich sympathisch, aber auch wunderbar geheimnisvoll sind. Gerade dadurch, dass viele selbst nicht wissen, wer und was sie eigentlich sind, haben sie alle eine ganz besondere Ausstrahlung, die die Geschichte komplett macht. Man macht sich plötzlich selbst Gedanken, wer man denn eigentlich ist und welche Rolle man im Ganzen spielt, dass man sich besonders mit Mara sehr verbunden fühlt.

Kernstaub hat mich also komplett verzaubert. Ich habe noch nie etwas derartiges gelesen und bin froh, das Buch entdeckt zu haben. Man liest von Dingen, die man sich gar nicht vorstellen kann, die aber so treffend beschrieben sind, dass sie doch irgendwie echt wirken. Von vergangenen Welten und zukünftigen. Von Vertrauten, die immer wieder zusammen finden. Und von Einzigartigkeit.

Kernstaub ist wirklich unglaublich. Unglaublich gut.

Einzigartig unglaublich gut. 

Kommentare:

  1. Hi!

    Also, wenn ich mir das Cover so ansehe, würde ich an einen SF-Roman denken. Und auch an eine Katastrophe ... Deine Inhaltsbeschreibung lässt aber Gott sei Dank auf etwas anderes schließen :). Nachdem ich demnächst mit Schwester und deren Kindern ein paar Tage in ein Familienhotel nach Salzburg fahre, ist das Buch wahrscheinlich genau das richtige, dass ich zwischendurch ein bisschen dem Wirbel entfliehen kann ^^.

    Liebe Grüße und danke
    Maria

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Maria :)
      Ein bisschen was von Science Fiction hat das Buch auch, aber eben auch viele andere Genres die es für mich zu einem ganz neuen und anderen Genre machen. Mir hat es wirklich gut gefallen :)
      Ich wünsche dir schonmal viel Spaß in Salzburg und eine schöne Zeit :) Liebe Grüße!

      Löschen