Donnerstag, 25. September 2014

[Rezension] Nur ein gewöhnlicher Mord - Jürgen Ehlers

Nur ein gewöhnlicher Mord
Jürgen Ehlers
Taschenbuch, KBV Verlag
Erschienen im Juni 2014
320 Seiten 
ISBN: 978-3-95441-170-2








Hamburg 1939. Kommissar Berger wird zu einem neuen Fall gerufen: Inez Reuther, eine wohlhabende Frau, wurde ermordet im Park aufgefunden. Doch wer ist der Mörder? Ihre Tochter Luise, mit der sie zusammenwohnte, die geheimnisvolle Polin, von der keiner weiß, wer sie ist, ihr Schwiegersohn, oder doch einer der vielen Herren, mit denen sie Kontakt hatte?
Berger beginnt die Ermittlungen und stößt auf viele Geheimnisse. Doch gleichzeitig beginnt der Krieg mit Polen und Berger befindet sich gerade mittendrin..

Das Buch hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und auch ein bisschen "altmodisch", sodass er sehr gut zur damaligen Zeit passt. Ich habe daher sehr gut in das Buch hineingefunden und war schnell mittendrin, konnte allen Abläufen gut folgen.

Kommissar Berger ist ein sympathischer Mann und man folgt ihm gern bei seinen Ermittlungen. Gleichzeitig gibt es aber auch noch andere Handlungsstränge, die mit verfolgt werden, was ich ziemlich gut fand. So war der Mord nicht allein im Fokus. Schließlich ist es ja auch "nur ein gewöhnlicher Mord", wie der Titel schon sagt, daher passte diese Handlungsvielfalt ausgesprochen gut.
Berger spiegelt für mich einen Großteil der damaligen Deutschen wieder, da er den Krieg nicht kommen sieht oder seine Augen davor verschliesst. Er scheint zu Beginn sehr ahnungslos zu sein und unterschätzt diese Gefahr gewaltig, bis er selbst mittendrin ist. Seine Frau Dagmar sieht das ganze viel realistischer, was auch daran liegen könnte, dass sie sich als Halbjüdin einfach mehr Sorgen macht.
Der Mordfall an sich ist ebenfalls sehr spannend. Inez Reuther war keine gewöhnliche Frau, sondern gab in ihrer Wohnung sehr spezielle Veranstaltungen, wodurch auch mehrere Tatverdächtige in Frage kommen. Einige von Ihnen machen sich auch besonders verdächtig, wie ihre Tochter Luise. Luise selbst war mir nicht so sympathisch, was aber auch denke ich so gewollt war, da sie einen ganz eigenen Charakter hat, der nun mal nicht jeden anspricht.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. Der historische Hintergrund und die Tatsache, dass viele der erwähnten Gegebenheiten wirklich stattgefunden haben, machen es sehr glaubwürdig und realistisch und auch die Erzählweise unterstützt dies. Der Autor hat sich viel Mühe bei seinen Recherchen gegeben und ich habe ihm alles so abgenommen. Auch der Krimianteil mit dem Mord um Inez Reuther kommt nicht zu kurz. Für mich eine gute Mischung aus Krimi und Geschichte! 



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